Der Grund, warum es schwierig ist antike Bücherregale zu finden, lässt sich einfach erklären. Das Bücherregal als Möbeltyp gibt es erst seit der Mitte des letzten Jahrhunderts. Etwa ab dem Zeitpunkt, als Bücher für jeden Haushalt erschwinglich wurden. Vorher standen die Bücher hinter Glas, in Bücherschränken oder Vitrinen. Es gab auch offene Etageren für Sammelobjekte und Wandregale für Küchenutensilien. Für Kaufläden und Apotheken wurden größere, teilweise offene Möbel hergestellt, die als Regale bezeichnet werden könnten. Derartige Einrichtungen sind aber meist den vorhandenen Räumlichkeiten angepasst worden und verblieben auch dort als niet- und nagelfestes Zubehör. Bibliotheken waren ebenfalls mit teilweise offenen Regalen ausgestattet.
Allerdings ist es sicher schwierig, diese käuflich zu erwerben. Anfang des letzten Jahrhunderts, in der Zeit des Jugendstil und Art Deco, wurden mit größerer Experimentierfreudigkeit auch Regale entworfen, meist im Zusammenhang mit einem geschlossenen Schrankteil oder als Kleinmöbel. Praktische große Bücherregale, die den heutigen an sie gestellten Zweck erfüllen, gab es prinzipiell nicht.